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Die Ohrakupunktur geht zurück auf den französischen Arzt Dr. Paul Nogier. Er entdeckte an Patienten, dass die Stimulation von Nerven am Ohr direkten Einfluss auf die Funktion eines Organs hat und erstellte daraufhin die Ohrlandkarte.

Wirkungsweise

Die gesamte Ohrmuschel hat eine besonders hohe Dichte an freien Rezeptoren im Vergleich zum übrigen Körper. Alle Organe sind über Nerven mit dem Ohr verbunden. Die Fehlfunktion eines Organs zeigt sich in geänderter Aktivität des Nervs am Ohr. Über die Akupunktur werden die korrespondierenden Nerven aktiviert oder in ihrer Aktivität gedämpft. Die Ohrakupunktur ist wie die Fußreflexzonenmassage eine Reflexheilweise.

Die Ohrakupunktur ist ebenso Diagnostik. Mittels eines Punktsuchers findet man über die Untersuchung der Ohrreflexzonen schnell das Primärorgan eines Beschwerdekomplexes. Jede Therapie über das Ohr ist somit eine individuelle Therapie.

Ohrpunkte werden niemals nach Rezept gestochen, sondern ausschließlich nach vorheriger sorgfältiger Detektion der aktiven Punkte. Die Nadelung eines aktiven Punktes erfolgt mit haarfeinen Akupunkturnadeln in Gold oder Silber, je nachdem, ob der Nerv in seiner Aktivität angeregt oder gedämpft werden muß. Die Akupunkturnadeln sollten stets etwa 30 Minuten im Ohr verbleiben. Soll ein Ohrpunkt längere Zeit stimuliert werden können winzige Dauernadeln gesetzt werden, die der Patient nach einigen Tagen selbst entfernen kann. Für schmerzempfindliche Patienten und Kinder stehen Ohrsamen zur Verfügung, welche nur aufgeklebt werden.

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete der Ohrakupunktur sind sehr vielfältig, von der Behandlung der Wirbelsäule und Gelenke, über die inneren Organe bis zu Erkrankungen der Psyche und des Hormonsystems. Bewährt hat sie sich vor allem in der Suchttherapie, wo sie bereits routinemäßig ergänzend zur Schulmedizin eingesetzt wird.

Einsatz in der Schmerztherapie

Als besonders effektiv hat sich die Ohrakupunktur in der Schmerztherapie erwiesen. Der schmerzreduzierende Effekt tritt unmittelbar ein („Sekundenphänomen“). Dagegen muß bei der Körperakupunktur stets mit einem längeren Intervall bis zum Wirkungseintritt gerechnet werden.